Zwangsarbeit in Metzingen

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Klaus
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Zwangsarbeit in Metzingen

Zwangsarbeit in Metzingen

Der Umgang mit den Zwangsarbeitern in Metzingen.
Eine Studie
 
 
Henning Kober
Maybachstraße 19/4
72555 Metzingen
 
Erweiterte Fassung November 2001
 
Zwangsarbeit_in_Metzingen.doc


Inhaltsverzeichnis
 
 
  1. Thema und Vorgehensweise.......................................................3
 
 
  1. Begriffsklärung Zwangsarbeiter..................................................3
 
 
3. Die Zwangsarbeiterdiskussion.....................................................4
 
 
4. Metzingen im Dritten Reich........................................................5
 
 
5. Das Ostarbeiterlager.................................................................7
 
 
6. Das Leben als Zwangsarbeiter....................................................9
 
   
    Das Leben als Westarbeiter
    Das Leben als Ostarbeiter (Zeitzeugenberichte)
 
 
7. Die Firma Hugo Boss...............................................................16
   
    Firmengeschichte
    Zwangsarbeit (Zeitzeugenberichte)   
 
 
8. Beispiele für einen offensiven Umgang mit der Vergangenheit.......22
   
    Der Volkswagen Konzern
    Geschichte
    Aufarbeitung
       
    Die Stadt Ulm
 
 
 
9. Schlussbemerkung..................................................................25
 
 
10. Bibliographie.......................................................................26
1. Thema und Vorgehensweise
 
 
Meine Arbeit nimmt die in den letzten Jahren entflammte Debatte um die Entschädigung der Zwangsarbeiter zum Anlass, den Umgang der Metzinger Bevölkerung mit den ausländischen Arbeitern zu untersuchen, im Dritten Reich und in der Gegenwart.
Im Januar 2001 stellte das Stadtarchiv Metzingen eine umfangreiche Dokumentation „Metzingen in der Zeit des Nationalsozialismus“ vor. Auch dem Thema Zwangsarbeit ist dort ein Kapitel gewidmet. Die darin gemachten Aussagen bleiben jedoch oft vage, weil den Autoren keine Berichte von ehemaligen Zwangsarbeitern, die in Metzingen eingesetzt waren, zur Verfügung standen. Deshalb habe ich versucht, mit überlebenden Zwangsarbeitern (aus organisatorischen und finanziellen Gründen begrenzt auf Polen) einen Schriftwechsel zu beginnen. Die Aussagen dieser zum Zeitpunkt ihrer Verschleppung nach Metzingen meist unter 20 Jahre alten Männer und Frauen, zeichnen zusammen mit den Ergebnissen der bekannten Quellen ein authentisches Bild der Zwangsarbeit in Metzingen.
Die Arbeit gliedert sich folgendermaßen: Über die Definition des Begriffs Zwangsarbeiter, eine Beschreibung der Situation in Metzingen während des Dritten Reichs und einen Überblick über die Entschädigungsdebatte habe ich versucht, mich dem Thema anzunähern. Genauer befasst habe ich mich mit dem Ostarbeiterlager, mit der unterschiedlichen Behandlung von Arbeitern aus West- und Osteuropa und im besonderen mit der Rolle der Firma Hugo Boss. Hier haben die neuen Erkenntnisse aus der für dieses Studie erfolgten Zeitzeugenbefragung Berücksichtigung gefunden. Als Beispiel für einen erfolgreichen Dialog und offensiven Umgang mit der Geschichte habe ich schließlich die Aufarbeitung des VW-Konzerns und der Stadt Ulm beschrieben.
 
 
 
 
 
2. Begriffsklärung Zwangsarbeiter
 
 
Entsprechend der Industriedichte ist die Gesamtzahl der in Metzingen beschäftigten Zwangsarbeiter relativ hoch. 1241 Menschen, überwiegend aus Polen und der Sowjetunion waren nach Metzingen verschleppt worden[1]. In Neuhausen waren es 105[2]. Sie wurden in 25 Betrieben sowie auf mehreren Bauernhöfen und in Privathaushalten beschäftigt[3] (siehe Anlage).
Drei Gruppen von Zwangsarbeitern können unterschieden werden:
  1. Fremdarbeiter, die zumeist in den ersten Kriegsjahren in ihren Heimatländern angeworben wurden und freiwillig nach Deutschland gekommen waren. Nach der Invasion der Deutschen in deren Heimatländern wurden sie teilweise auch gegen ihren Willen nach Deutschland gebracht. Sie kamen überwiegend aus Frankreich und den Beneluxstaaten, vereinzelt auch aus Polen. Sie wurden als sogenannte „Westarbeiter“ bevorzugt behandelt. Ihre Arbeitgeber schlossen mit ihnen Verträge ab, die sie weitgehend mit ihren deutschen Kollegen gleichstellten.
  2. Sogenannte „Ostarbeiter“, die aus Polen und der Sowjetunion stammten. Zum großen Teil wurden sie gewaltsam nach Deutschland gebracht und nach der Rassenideologie der Nationalsozialisten als Untermenschen mit geringsten Rechten behandelt. Sie bildeten die größte Gruppe der Zwangsarbeiter in Metzingen.
  3. Kriegsgefangene
 
 
 
 
3. Die Zwangsarbeiterdiskussion
 
 
War die Zwangsarbeit in den Nürnberger Prozessen noch ein Hauptanklagepunkt, wurde sie danach schnell verdrängt. Im Schuldabkommen von London 1953 wurde eine Entschädigung bis zum Abschluss eines Friedensvertrags zurückgestellt. Auf die 100 Milliarden aus dem Bundesentschädigungsfond von 1953 hatten ausländische NS-Opfer keinen Anspruch. Viele ehemalige Zwangsarbeiter aus Osteuropa waren unterdessen hinter dem Eisernen Vorhang verschwunden.
Aktuell wurde das Thema erst wieder nach dem Ende des Kalten Krieges. 1,5 Milliarden Mark waren Anfang der neunziger Jahre von der Regierung Kohl an die osteuropäischen Länder überwiesen worden. Das Geld wurde jedoch nur zu einem kleinen Teil ausbezahlt und versickerte oftmals in dunklen Kanälen. Das Bundesverfassungsgericht entschied 1996, dass Klagen von Opfern in Deutschland zulässig sind. Im August 1998 wurden Sammelklagen gegen Volkswagen, BMW, Daimler-Benz, Siemens, Krupp, MAN und Leica eingereicht.  Siemens und Volkswagen richteten daraufhin  eigene Fonds ein.
Mark Spoerer, Historiker an der Uni Hohenheim, schätzt, dass im Jahr 2000 noch 2,7 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter am Leben sein dürften[4]. Im Februar 1999 einigten sich Bundeskanzler Gerhard Schröder, der die Entschädigung offensiv angehen wollte und zwölf deutsche Unternehmen auf die Einrichtung eines Stiftungsfonds. Später schlossen sich vier weitere Firmen an, zusammen sind sie die sechzehn Gründer der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.
Otto Graf Lambsdorff (FDP) übernimmt als Beauftragter des Bundeskanzlers die Verhandlungen mit den Opferanwälten. Die Verhandlungen ziehen sich in die Länge, umstritten ist die Höhe der Entschädigungssumme und die Rechtssicherheit für die Firmen. Mitte Juli 2000 kommt es zum entscheidenden Durchbruch bei den Verhandlungen. Mit insgesamt 10 Milliarden Mark wollen Bundesregierung und Industrie, die sich die Kosten je zur Hälfte teilen,  die ehemaligen Zwangsarbeiter entschädigen. Die Auszahlungen sollen durch Stiftungen in den jeweiligen Ländern erfolgen. Sogenannte Sklavenarbeiter, die in Konzentrationslagern zur Arbeit gezwungen wurden, werden mit je 15000 Mark entschädigt, Zwangsarbeiter außerhalb von Konzentrationslagern mit 5000 Mark. Allein zwei Drittel der Gesamtsumme geht an Opfer aus Polen. Um deutsche Firmen vor weiteren Klagen zu schützen, gibt die US-Regierung ein "statement of interest" ab, mit dem den Gerichten empfohlen wird, Klagen abzuweisen. Die US-Gerichte sind jedoch unabhängig.
Am 13. März 2001 erklärten die etwa 6000 Firmen, die der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ beigetreten sind, dass sie ihren Wirtschaftsanteil von fünf Milliarden Mark zusammen haben. Als Richtgrößen schlägt die Stiftung bei Industrieunternehmen ein, beim Handel 0,1 Prozent des Umsatz vor. Banken sollen sich mit 0,1 Prozent der Bilanzsumme beteiligen.
Nach Abweisung der letzten Sammelklagen in den USA, stellte der Deutsche Bundestag am 30. Mai 2001 fest, dass ausreichende Rechtssicherheit für die deutschen Unternehmen gegeben sei. Damit war die Vorraussetzung für Auszahlungen an die Opfer über die Partnerstiftungen gegeben.
 
 
 
 
 
4. Metzingen im Dritten Reich
 
 
Metzingen war schon früh eine Hochburg der Nationalsozialisten. 1923 wurde in der Kelternstadt eine der ersten Ortsgruppen der NSDAP in Württemberg gegründet. 54,1 Prozent der Stimmen entfielen bei der Reichstagswahl am 5.März 1933 auf die Nazi-Partei, zehn Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Für die Deutschnationale Volkspartei, die die NSDAP unterstützte, stimmten noch einmal neun Prozent. Im Wahlkampf war es zu schweren Zusammenstössen zwischen Kommunisten und Nazis gekommen. Die Polizei stellte sich schützend vor die Nationalsozialisten, während die Kommunisten vom Landgericht Tübingen wegen "erschwerten Landfriedensbruchs" verurteilt wurden. Die SPD erreichte bei dieser letzten freien Wahl gerade noch 8,4 Prozent, die KPD 12 Prozent[5].
Unmittelbar nach der Machtergreifung wurden die bekannten Kommunisten Ernst Ott, Vorsitzender des KJVD (Kommunistischer Jugendverband Deutschlands), Ernst Hettich, der Leiter der Naturfreunde und Heinrich Weiblen, Kassierer der Roten Hilfe verhaftet und in das Konzentrationslager Heuberg gebracht.
Der katholische Stadtpfarrer Alois Dangelmaier wurde am 5. Januar 1934 verhaftet und ins KZ Oberer Kuhberg in Ulm gesperrt, weil er eine Totenmesse für sechs in Köln hingerichtete Kommunisten gelesen hatte.
Die Strickwarenfabrik Adolf Herold und die Mechanische Weberei Pausa, beides von Juden geführte Betriebe, wurden 1938 "arisiert". Das Ehepaar Herold wurde 1941 deportiert und ermordet.
Durch die Umstellung auf Rüstungsprodukte herrschte in Metzingen schon vor 1939 Arbeitskräftemangel. Nach dem Einmarsch in Polen wurden deshalb so schnell wie möglich Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene nach Metzingen gebracht und in Industrie und Landwirtschaft eingesetzt. Insgesamt 1346 dieser Menschen waren während des Krieges in Metzingen und Neuhausen.
Untergebracht wurden die Fremdarbeiter zuerst bei Privatleuten, (hierbei handelte es sich in erster Linie um Landwirtschafts- oder Handwerksbetriebe) oder in firmeneigenen Lagern, später im Ostarbeiterlager oder die Kriegsgefangenen auf dem Gelände des heutigen städtischen Bauhofs, auf dem ab Juli 1944 auch einen Außenstelle des Arbeitserziehungslagers Oberndorf-Aistaig eingerichtet war[6].
Mehrere Metzinger Firmen profitierten von den neuen Herrschern. Die Textilbetriebe Fischer&Lohr, Emil Wurster und Hugo Boss stellten für die Wehrmacht Uniformen her. Die Maschinenfabriken Henning und Dörflinger erhielten Rüstungsaufträge[7].
Der Kriegsbeginn führte dazu, dass das Ziel der Naziherrscher, eine vollständige wirtschaftliche Autarkie zu erreichen, auch in Metzingen mit Nachdruck verfolgt wurde[8]. Die knapp werdenden Rohstoffe im Krieg machten auch in Metzingen erfinderisch. Im Schieferwerk (heute an der B28, Ortseingang Metzingen), betrieb die Seifenfabrik G.A. Bazlen eine Anlage zur Rückgewinnung von Fett.
 
 
 
 
 
5. Das „Ostarbeiterlager“
 
 
In einer Gemeinderatssitzung am 30.5.1941 berichtete Bürgermeister Otto Dipper, dass die Unterbringung der damals 160 Zwangsarbeiter überwiegend in Privathaushalten und dezentralen Barackenlagern bei den beschäftigenden Firmen "zum Teil zu Missständen geführt" habe. Ortsgruppenleiter Mader bemängelte, dass das Verhalten mancher Polinnen und Französinnen "allgemeines öffentliches Ärgernis errege"[9]. Gemeint sind damit Beziehungen zum männlichen Teil der deutschen Bevölkerung.
Aus diesen Gründen wurde im September 1942 nach Plänen des Stadtbaumeisters Kull auf dem städtischen Grundstück "Auf Schanden" gegenüber der Sägerei Ziegler das Ostarbeiterlager errichtet. Das Lager sollte genossenschaftlich betrieben werden. Große Kontingente hielten die Firma Henning (50), die Stadt Metzingen (35), die Firma Hugo Boss (30) und die Firma Gebrüder Holder (30) (siehe Anlage)[10]. Die Anteilseigner trafen sich regelmäßig zu Gesprächsrunden mit Bürgermeister Otto Dipper im Rathaus. Über diese Zusammentreffen existieren detaillierte Protokolle[11].
Am 19.9.1942 wurden in der ersten Versammlung Ernst Henning und Ernst Ruth zu den Geschäftsführern gewählt. Als Lagerführer wurde Friedrich Hammer bestimmt. Bei der Volksbank wurde ein Konto eingerichtet. Die Gesellschafter zahlten entsprechend ihrer Anteile Geld ein.
Untergebracht waren die Arbeiter in Baracken für je 60 Mann. Insgesamt sollte das Lager Platz für 300 Arbeiter bieten.  Lagerführer Hammer berichtete am 25.11.42, dass die Einrichtung einer Kantine geplant sei, in der die Lagerinsassen Bier, Mineralwasser, Schuhputzzeug und dergleichen erwerben können. Dr. med. Bornhäuser übernahm die medizinische Betreuung, alle drei Tage sollte es einen Sprechtag geben. Lagerführer Hammer berichtete am 23.12.42 gegenüber dem Vorstand der Gesellschaft, das Essen im Lager sei sehr gut und reichlich. Bürgermeister Otto Dipper besuchte selbst das Lager, um sich durch Kostproben von der Qualität des Essens zu überzeugen.
Dass sie Gefangene sind, bekamen die Arbeiter trotzdem zu spüren. So durften sie das Lager am Abend nur in Fünfergruppen verlassen. Eine Person musste sich gegenüber der  Lagerführung als "Beauftragter" erklären, es wurde ein Ausweis ausgegeben. Die Wachkräfte müssten unbedingt bewaffnet werden, erklärte Ernst Henning in einer Versammlung am 26.2.43. Von Anfang an machte die Belegung des Lagers Probleme, was vor allem zu wirtschaftlichen Nachteilen führte. So wollte die Firma Robert Bräuchle ihr eigenes Arbeitslager nicht aufgeben. Vorstand Henning erwog darauf hin, auch Franzosen und Belgier in das Lager aufzunehmen. Die Firmenchefs zögerten mit einer Überweisung, weil sie fürchteten, die Arbeitskraft ihrer Arbeiter würde geschmälert.
Um das Lager zu füllen und den Widerstand der Firmenchefs zu brechen, holte sich Ernst Henning Unterstützung. Zu der Vollversammlung aller Gesellschafter am 5.3.43 hatte er Ortsgruppenleiter Gerhard Mader eingeladen. Nachdrücklich sprach sich Mader für eine vollständige Einweisung aller Ostarbeiter in das Lager aus. Und er hatte Erfolg. Ein Vertreter der Firma Hugo Boss erklärte, dass die Polinnen, die zum Teil schon seit drei Jahren in Metzingen waren, sich bei ihren Zimmervermieterinnen häuslich niedergelassen hätten und dort auch im Haushalt helfen würden. Gleichzeitig erklärte er sich jedoch bereit, die Polinnen in das Lager zu überweisen.
In seinem Bericht über den Zeitraum von Dezember 42 bis März 43 wies Hammer am 16.4.43 auf einen erheblichen finanziellen Verlust hin. Rentabilität sei erst zu erreichen, wenn 100 bis 150 Insassen im Lager wären. Um Kosten zu sparen, mussten die Lagerinsassen selbst Gemüse anbauen.
Bei der Gesellschafterversammlung am 27.9.1943 wurde besprochen, dass die Ostarbeiter Luftschutzgräben am Lager  ausheben müssen. Den Zwangsarbeitern war es nicht erlaubt, den gleichen Schutzraum wie die Metzinger aufzusuchen. Als 1945 die Angriffe häufiger wurden und Zwangsarbeiter im Luftschutzstollen „Im Auchtert“ Zuflucht suchten, wurden sie von Metzingern vertrieben. Lagerführer Hammer wollte seinen Posten abgeben, der Umgang mit den verschiedenen Nationen und die Situation im Lager rege ihn so sehr auf, dass er nachts nicht mehr schlafen könne.
Unter den Zwangsarbeitern selbst gab es große Rangunterschiede. Die deutlich kleinere Zahl Westarbeiter erwartete eine bessere Behandlung als ihre Leidensgenossen aus dem Osten. Die Westarbeiter, die in erster Linie aus Frankreich und den Beneluxstaaten stammten, waren zum Teil freiwillig nach Deutschland gekommen oder aber als Kriegsgefangene verschleppt worden. Für Bürgermeister Dipper war es keine Frage, dass bei einer Aufnahme von Westarbeitern in das Lager ein separater Speisesaal eingebaut wird[12].
Selbst unter den Polen gab es Rangunterschiede. Auf der Gesellschafterversammlung am 3.12.1943 wird folgender Vorfall diskutiert. Mehrere Polinnen, die gut deutsch sprachen, sogenannte „eindeutschungsfähige Polen“ hatten sich über verlauste Baracken beschwert und gefordert, wie die Französinnen behandelt zu werden. Die Firmenchefs waren bemüht, möglichst wenig Probleme  mit den Arbeitern zu haben, für sie stand maximale Arbeitsleistung im Vordergrund. Die Versammlung beschloss darauf hin, den betroffenen Polinnen eine Unterbringung in einem separaten Raum zu ermöglichen.
Gegen Ende des Krieges wurde auch in Metzingen die Versorgungslage immer schlechter. In der Versammlung vom 9.2.1944 berichtete Lagerführer Hammer von den Schwierigkeiten, Gemüse, Kartoffeln und Sauerkraut zu bekommen. Hugo Boss stellte deshalb den Antrag, seine Arbeiterinnen in der Werkskantine versorgen zu können. Im Protokoll ist vermerkt, dass Hugo Boss betonte, er wolle mit dieser Maßnahme keine besondere Fürsorge für die Polinnen erreichen. Es handle sich für ihn nur um eine Sicherstellung der Arbeitsleistung, da die Verpflegung, die die Arbeiterinnen im Lager erhalten, nicht ausreiche um eine ordnungsgemäße Arbeitsleistung sicherzustellen. Nach diesem Statement entbrannte eine Diskussion. Der wieder anwesende Ortsgruppenleiter Mader sagte, die Verpflegung im Lager sei politisch gewollt. Am Ende einigte man sich auf den Kompromiss, dass die Arbeiterinnen zwar in der Werkskantine versorgt werden dürfen, allerdings erst in der nächsten Versorgungsperiode.
In einem Entnazifizierungsschreiben gibt Boss später an, die Lagerverpflegung sei ein "menschenunwürdiger Fraß gewesen(..) mit dem kein Mensch arbeiten könne"[13].
Auch bei anderen Einsparungen waren zuerst die Zwangsarbeiter betroffen. So forderte ein Schreiben des württembergischen Innenministers vom 6.12.1944 den Bürgermeister auf, Entbindungen von Ostarbeiterinnen im Krankenhaus zukünftig nicht mehr zu zulassen. Der Mangel von Krankenhausbetten zwinge zu dieser Maßnahme, die schwangeren Frauen sollen in "Wochenstuben" zu Hause bei den Hebammen entbinden. Im Metzingen konnte dies trotz Bemühens des Bürgermeisters nicht umgesetzt werden, weil sich keine Hebamme fand, bei der dies möglich gewesen wäre.
 
 
 
 
 
6. Das Leben als Zwangsarbeiter
 
 
In den Arbeitsbüchern  jedes Fremdarbeiters stand:
 
"Wie der deutsche, so dient auch der ausländische Arbeiter der Stirn und Faust durch seinen Arbeitseinsatz im Großdeutschen Reich, dem Neuaufbau Europas und dem Kampf um die lebenswichtigen Voraussetzungen für eine glückliche Zukunft und Wohlfahrt der Völker im europäischen Raum. Der ausländische Arbeiter muss sich dieser Aufgabe und Auszeichnung stets bewusst sein. Auf diesem Gedanken beruht sein Einsatz, seine Arbeitsleistung und seine persönliche Haltung".
Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz[14].
 
Jeder der 1346 ausländischen Arbeiter in Metzingen und Neuhausen dürfte diese Sätze als blanken Hohn verstanden haben. Trotzdem gab es große Unterschiede zwischen dem Leben eines Arbeiters aus Westeuropa und dem eines aus Osteuropa. Schuld daran ist das rassenideologische Motiv der Nationalsozialisten. In der Anschauung der Nazis waren die Franzosen und Niederländer zwar Kriegsgegner, sowjetische Arbeiter als „Untermenschen“  jedoch weitaus verachtenswerter.
 
 
Das Leben als „Westarbeiter“
 
Auskunft über das Leben als Westarbeiter gibt das Tagebuch des Holländers Harmen Atema. Es ist das einzig bekannte Tagebuch eines Fremdarbeiters. Als 22jähriger wurde Atema 1944 nach Hannover geschickt, er setzte sich jedoch in Richtung Süden ab. In der heimatlichen Werkstatt hing ein Plakat der Metzinger Firma Holder. Nach einer abenteuerlichen Fahrt erreichte Atema Metzingen, wo er von Firmenchef Max Holder aufgenommen wurde und in der Firma arbeiten konnte. Atema konnte sich relativ frei bewegen und hatte gute Kontakte zu anderen Zwangsarbeitern und der Metzinger Bevölkerung. Bürgermeister Dipper bestimmte ihn nach Kriegsende zum Unterhändler mit den französischen Besatzern. Außerdem vermittelte Atema zwischen den verschiedenen Zwangsarbeitergruppen und der Bevölkerung während der ersten Besatzungszeit.
Sein Tagebuch in friesischer Sprache wurde vom Metzinger Volksblatt und dem Arbeitskreis Stadtgeschichte aufgearbeitet und publiziert. Die nachfolgenden Aussagen stammen aus unveröffentlichtem Material[15].
 
Die Versorgung mit Lebensmitteln in den späten Kriegsjahren wurde immer schwieriger. Die Bevölkerung durfte „Westarbeiter“, im Gegensatz zu den Zwangsarbeitern aus Osteuropa, zu Nebentätigkeiten beschäftigen. Harmen Atema schreibt dazu am 19. März 1944: "Mittags bin ich mit Peter nach Neuhausen gelaufen, wir haben versucht, bei Bauern zu arbeiten, um Essen zu erhalten. Wir sind durch das ganze Dorf gelaufen, aber alle Bauern lehnten ab. Auf dem Weg zurück nach Metzingen sahen wir zwei Frauen auf dem Feld arbeiten. Wir sind dort hin und jawohl, wir konnten das Land mit einer Art Hacke bearbeiten. Peter und ich haben gearbeitet wie Sklaven und zur Freude der Frauen waren wir am Ende des Mittags fertig. Wir bekamen Essen, das war ein Brot, ein Apfel und 150 Gramm Fleischmarken. Wenn es noch weniger zu essen gibt, werden wir öfters in der Landwirtschaft arbeiten müssen."
 
Trotz aller Einschränkungen hatte Atema als Niederländer relativ viel Freiheiten, so durfte er zum Beispiel den Ort ohne Sondergenehmigung verlassen und konnte auf der Alb wandern gehen. Atema schreibt: "Sonntag war ich mit M. und ihrer Tante, die Frau eines Industriellen aus Duisburg, auf der Alb wandern. (...) Wir haben in St. Johann gegessen. (...) Am Abend sind M. und ich wieder mal ins Kino gegangen. Weil der Film länger ging als die Sperrzeit für Ausländer hat M. mich halb nach Hause gebracht".
 
In den letzten Kriegstagen, die Invasion durch die Amerikaner und Franzosen steht kurz bevor, läuft Atema in Richtung Reutlinger Straße, als ihm ein paar Verse für ein Gedicht einfallen. Um in Ruhe nachdenken zu können, geht er in einen Heuschuppen, an dem er gerade vorbei läuft und klettert auf den Boden. Im Heu spürt er Kleidungsstücke. „Und jawohl es war eine SA Uniform von feinstem Stoff. Die Farbe mag ich nicht“, schreibt Atema, „aber die Qualität ist prima. Auch ein Hemd und ein Blut-und-Ehre-Dolch war dabei. (...) Sollte diese Uniform vom Rath sein? Der Ortsgruppenleiter, der zu Peter und mir gesagt hat: „Ich schieße euch beide tot, dann meine Frau und Tochter und dann mich selbst, wenn wir den Krieg nicht gewinnen sollten. Aber wir sollten siegen, hört ihr, ihr ausländischen Schweine und dann sollt ihr verfluchten Ausländer Stuttgart und alle vernichteten Städte wieder aufbauen. Und wenn ihr dann noch lebt, könnt ihr heim gehen.““
 
Als aus allen Richtungen die Alliierten auf Metzingen zumarschieren, verlassen die hohen Parteimitglieder die Stadt. Die Verantwortung tragen jetzt Bürgermeister Dipper und Leutnant Siegel allein. Atema schreibt über Dipper: „In unseren Augen war der Bürgermeister menschlich und human, abgesehen von Wörtern die er in bestimmten Situationen sprechen musste“. Über Siegel berichtet er: „Das Zusammentreffen von gleichgesinnten Leuten findet statt im Keller beim Becker, Eugen. Peter und ich waren dort einmal eingeladen. An dem Sonntag Nachmittag saß Siegel in Zivil dort. Wir waren sehr erschrocken, als wir ihn sahen, aber er bedeutete, dass alles in Ordnung sei“.
 
 
Dass die Hilfe deutscher Bürger auch riskant sein konnte, zeigt der Fall der Maria M., die ihrem französischen Kriegsgefangenen Tabak zugesteckt hat.
Im Dritten Reich musste man ständig darauf gefasst sein, dass ein Zeitgenosse jeden möglichen  Regelverstoß  an die Obrigkeit meldete. Ein Bürger meldete Ortsgruppenleiter Rath im Oktober 1940, dass er beobachtet habe, wie Maria M. auf offener Straße einem Kriegsgefangenen Tabak zugesteckt habe. Rath verfolgte den Fall weiter und Maria M. musste sich schriftlich rechtfertigen. Ein Unteroffizier der Wachmannschaft habe ihr erlaubt, dem bei ihr beschäftigten Kriegsgefangenen Tabak zu geben, so Maria M.. Sie hatte auf der Straße ihren Neffen, der gerade den Kriegsgefangenen ins Lager zurück brachte, getroffen. Maria M. gab ihrem Neffen ein Päckchen Tabak und sagte ihm, dieses erst im Lager weiterzugeben. Der Junge hielt sich jedoch nicht daran und gab den Tabak schon auf der Straße weiter. Diese eigentlich harmlose Aktion erforderte eine umfangreiche Verteidigung. Maria M. musste beteuern, dass sie keine Beziehung zu dem Kriegsgefangene habe und ihm den Tabak zukommen ließ, weil er sehr fleißig und anständig sei. Dieser Vorfall hatte zur Folge, dass der Unteroffizier, der Maria M. erlaubte, dem Kriegsgefangene Tabak zu geben, umgehend versetzt wurde.
 
 
 
Das Leben als „Ostarbeiter“
 
Bisher gab es kaum Aussagen von ehemaligen Ostarbeitern. Die in diesem Kapitel veröffentlichten Erinnerungen ehemaliger Arbeiter geben Aufschluss über ihre Lebensbedingungen in Metzingen. Im nächsten Kapitel (7. Die Firma Hugo Boss) sind die Berichte der Zwangsarbeiter bei Boss nachzulesen.
 
 
Lidia Blaszczak, 75, Zwangsarbeiterin bei Weiblen und Rümmelin
 
An den genauen Tag kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es war im Juni 1942, als ich als 16jähriges Mädchen aus meiner Heimatstadt Zugujew (heute Ukraine) ohne meine Familie nach Metzingen deportiert wurde. Der Chef der Firma Weiblen und Rümmelin suchte sich aus unserem Transport neun junge Mädchen aus und brachte uns in seine Handschuhfabrik nach Metzingen. Ich hatte sehr große Angst. Zunächst wohnten wir in der Fabrik, später im Lager. Dort gab es stinkende Kohlrüben und saures Kraut, das wie Essig schmeckte. Geschlafen haben wir in Holzstockbetten mit Bettauflegern und Bettdecke, bestehend aus einem Leinentuch und einem Kopfkissen.
In der Firma musste ich Lederstücke trocknen, später kam ich in die Nähstube. Wir mussten acht Stunden am Tag arbeiten und an manchen Tagen danach noch im Garten des Firmenchefs. Dafür bekamen wir etwas Obst. Unsere Arbeit haben sie aber nicht bezahlt.
Wegen einer Magenkrankheit, unter der ich bis heute leide, fuhr ich zu einem Reutlinger Arzt. Auf der Rückfahrt nach Metzingen warfen mich die Deutschen aus dem Zug wegen dem Zeichen an meiner Kleidung.
Aber ich habe auch schöne Erinnerungen an Metzingen. Ich habe mich in einen Jungen verliebt, der ebenfalls als Zwangsarbeiter bei einem sehr netten Bauern war.
 
 
Josef Czapla, 75, Zwangsarbeiter auf einem Bauernhof
 
Ich wurde am 11.12.1925 in Wierzawice (in der Nähe zur heutigen ukrainischen Grenze) geboren. Am 8. Mai 1941 wurde ich von den Deutschen gezwungenermaßen allein nach Metzingen gebracht. Ich war damals 15 Jahre alt. In Metzingen musste ich auf einem Bauernhof arbeiten. Dort war ich auch zusammen mit den Bauern und ihren drei Kindern untergebracht, sie sind auf dem Bild zu sehen. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln war schwach und die hygienischen Bedingungen nicht gut. An meiner Kleidung musste ich das Zwangsarbeiter-Abzeichen tragen. Feste Arbeitszeiten gab es auf dem Hof nicht, ich musste von früh morgens bis spät abends auf dem Hof und den Feldern arbeiten. Der Bauer hat mich gegenüber deutschen Arbeitern benachteiligt. Wir aus dem Osten mussten mehr arbeiten und wurden schlechter behandelt.
Im Fall von Krankheiten durfte ich zu einem Arzt gehen und bei Luftangriffen konnte ich auch in den offiziellen Schutzraum mitgehen. Die Entschädigungsdebatte beurteile ich negativ, es wird zu viel darüber geredet und gibt zu wenig Geld. Ich würde gerne nach Metzingen kommen, aber ich bin sehr krank.
 
 
Jan Duda, 76, Zwangsarbeiter bei der Firma Henning
 
Im September 1943 wurde ich ohne meine Familie aus meiner Heimatstadt Tomaszów Mazowiecki bei Lodz nach Metzingen gebracht. Ich musste in der Schmiedefabrik Henning arbeiten und war im Barackenlager untergebracht, wo die Nahrungsmittelversorgung sehr spärlich war. Zur Körperpflege hatten wir kaltes Wasser und Seife. Die anderen Polen, mit denen ich in der Baracke wohnte, waren die einzigen Menschen, mit denen ich näheren Kontakt hatte.
Bei der Firma Henning musste ich jeden Tag zehn Stunden zusammen mit einem deutschen Arbeiter an einem Gasofen arbeiten. Ich holte die erhitzten Eisenstücke aus dem Ofen heraus und legte sie dem deutschen Arbeiter unter den Hammer. Über das Verhalten der deutschen Kollegen kann ich nichts Schlechtes sagen, auch die Chefs waren keine Nazis. Bei Luftangriffen durften wir zumindest während der Arbeit auch in die offiziellen Schutzräume.
Die Entschädigung sehe ich positiv. Es ist gut, dass jemand an uns alte Leute gedacht hat und uns helfen wird. Ich war damals ein junger Mann und auf 40 Kilo abgemagert.
 
 
Josef Geslak, 78, Zwangsarbeiter auf dem Bauernhof Röhm
 
Josef Geslak wurde am 28.5.1923 in Wierzaurce-Lancut geboren. Er wurde während einer Razzia am 20.5.1941 von der Straße weg alleine nach Deutschland transportiert. In Metzingen musste er auf dem Bauerhof von Friedrich Röhm arbeiten, wo er auch untergebracht war. Die Versorgung mit Nahrung und die hygienischen Bedingungen beschreibt Geslak als gut. Er war der einzige Zwangsarbeiter auf dem Hof, allerdings benachteiligte ihn der Bauern gegenüber den Einheimischen und Josef Geslak musste von früh bis spät in die Nacht arbeiten. Privaten Kontakt zu andern Metzingern war für ihn nicht möglich. Auch er musste ein Abzeichen mit dem Buchstaben „P“ tragen, das ihn als polnischen Zwangsarbeiter auswies. Erst am 25. September 1945 konnte er nach vier ein halb Jahren Zwangsarbeit nach Hause zurückkehren. Die Debatte um die Entschädigung der Zwangsarbeiter bezeichnet er als „fatal“, würde aber gerne noch einmal Metzingen besuchen.
 
 
Boleslaw Kosadko, 74, Zwangsarbeiter in der Fabrik Kruppe
 
Am 1. Juli 1927 wurde ich in Wolyn, eine Stadt die heute in der Ukraine liegt, geboren. Im Alter von 15 Jahren wurde ich bei einer Straßenrazzia in der Stadt Dubno aufgegriffen und zwangsweise nach Deutschland gebracht. In Metzingen musste ich bei der Firma „Kruppe“ arbeiten (um welche Firma es sich dabei handelt, konnte noch nicht festgestellt werden). Untergebracht war ich im Ostarbeiterlager, wo die Versorgung mit Nahrungsmitteln sehr schlecht war und auch die hygienischen Bedingungen miserabel waren. Die Arbeitszeit in der Fabrik betrug acht Stunden am Tag, ich musste an der Drehbank Schrauben herstellen. Ob die Chefs in der Fabrik Nazis waren, weiß ich nicht, aber an ihren Uniformen waren Totenkopfzeichen. Sie haben uns immer gedroht mit einer Abschiebung ins Konzentrationslager Dachau. Sie haben mich behandelt wie der letzte Dreck, vielleicht weil ich der jüngste war.
An meiner Kleidung musste ich ein Zeichen mit der Aufschrift „Ausländer“ tragen. Wir Ostarbeiter wurden schlimmer behandelt als die aus dem Westen. Im Fall von Krankheiten gab es keine Behandlung, sie hatten gar kein Interesse, uns als Kranke zu behandeln. Bei Luftangriffen mussten wir in den Baracken bleiben und durften nicht in die Schutzräume für die Deutschen.
Die Entschädigungsregelung halte ich für schlecht für die schwere Arbeit und die ganzen  Beleidigungen. Nach Metzingen würde ich trotzdem sehr gern kommen, nur meine Gesundheit ist nicht die beste und ich habe nicht genug Geld. Entschuldigung, dass ich nicht mehr schreibe, aber ich möchte mich nicht mehr an alles erinnern.
 
 Krystyna Lemanska, 74, Zwangsarbeiterin bei Müller und Bauer
 
Am 29. Oktober 1941 kam ich nach Metzingen. Die Deutschen hatten mir in meiner Heimatstadt Lask den Ausweis weggenommen, mich in ein Lager in Lodz gebracht und dann nach Deutschland deportiert. Ich war erst 15 Jahre alt.
In Metzingen musste ich in der Blechdosenfabrik Müller und Bauer arbeiten. Zusammen mit vier Französinnen, einer Jugoslawin und drei Polinnen war ich in der Fabrikwohnung untergebracht.
Wir haben verschiedene Blechdosen hergestellt, zum Beispiel für Schuhcreme, zehn Stunden am Tag, manchmal auch Sonntags. Ich war Hilfsarbeiterin und die Arbeit war für mich sehr schwer. Der Chef, Herr Bauer, war kein Nazi, er hat sich immer Sorgen um uns gemacht und in der Fabrik wurden keine Unterschiede zwischen den Deutschen und uns gemacht. Bei Luftangriffen durften wir auch in die Schutzräume.
Trotzdem habe ich mir dort meine Gesundheit ruiniert. Meine Wirbelsäule ist kaputt. Ich hatte mein ganzes Leben Bewegungsprobleme und war oft in Kur, alles weil ich als 15jährige schwere Sachen heben musste. Ich bin traurig, dass sie sich erst nach 60 Jahren an uns erinnert haben.
 
 
Eine Verordnung des württembergischen Innenministers vom 21.8.1943 schränkte die Freiheiten der Ostarbeiter massiv ein. Schon im März 1940 schrieb der sogenannte Göhring-Erlass das Tragen eines Kennzeichens vor. "Dieses Kennzeichen besteht aus einem hochstehenden Rechteck von 7x7,7 cm und zeigt bei ein cm breiter blau weißer Umrandung auf blauem Grund das Kennwort "Ost" in 3,7 cm hohen weißen Buchstaben.“  Dieses Zeichen musste auf der rechten Brust getragen werden, so die offizielle Anweisung.
Zusätzlich wurde nun auch der Besuch von kulturellen, kirchlichen oder geselligen Veranstaltungen verboten. Das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel, die über den Ortsbereich hinausgingen, war nicht gestattet. Nachts herrschte ein striktes Ausgehverbot. Im Sommer zwischen 21 und 5 Uhr und im Winter zwischen 20 und 6 Uhr durfte die Unterkunft nicht verlassen werden. Auch der Besuch von Gaststätten war verboten. Allenfalls war, nach einer polizeilichen Ausnahmegenehmigung, der Besuch einer einfachen Gaststätte erlaubt, aber nur bis eine halbe Stunde vor Beginn der Verdunklungszeit. Während dieser Zeit war dann allen deutschen „Volksgenossen“ der Aufenthalt in diesem Gasthaus verboten. Auf sexuelle Beziehungen mit deutschen Frauen stand die Todesstrafe[16].
Weiter schrieb die Verordnung vor, dass die Arbeitgeber dafür verantwortlich waren, dass alle nicht durch den Arbeitsvorgang unvermeidbaren Berührungen mit deutschen Volksgenossen unterblieben. 150 Reichmark Strafe oder 14 Tage Haft wurden bei Bruch einer dieser Vorschriften angedroht[17].
Diese Regel wurde von offizieller Seite in Metzingen umgesetzt. Da Zwangsarbeiter keine öffentlichen Badeeinrichtungen besuchen durften, (in Metzingen gab es damals schon ein Freibad an der Erms), wurde beschlossen, dass das Bad nur an einem Abend in der Woche getrennt von der einheimischen Bevölkerung von Zwangsarbeitern besucht werden durfte[18].
Anfang der 40er Jahre hatten viele Häuser noch keine eigene Badegelegenheit. In der Hindenburgschule waren deshalb vier Badewannen eingerichtet, die ein öffentliches Baden ermöglichten. Weil auch immer mehr ausländische Zwangsarbeiter zum Baden in die Schule kamen, beschäftigte sich der Gemeinderat am 27. Januar 1943 mit den entstandenen "Unzuträglichkeiten" wie es im Protokoll heißt. Die Diskussion der Räte ergab: "Es könne einem deutschen Volksgenossen nicht zugemutet werden, eine Wanne, in der zuvor ein Pole oder Russe gebadet habe, zu benützen". Als Folge wurde beschlossen, dass eine Badewanne nur noch von Ausländern zu benutzen sei[19].
 
Die Zeitzeugin Ruth Schwenkel erinnert sich, dass russische und polnische Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, um einige Häuser in ihrer Nachbarschaft zu bauen. „Die sind sehr schlecht behandelt worden. Also an denen hing alles nur so runter und die haben hier auf den Misthäufen nach Äpfeln gesucht.“ Ruth Schwenkel berichtet von einem Verwandten, der als Wachmann im Ostarbeiterlager dienstverpflichtet war und den Insassen immer wieder Lebensmittel zuschob, die er von Verwandten oder Freunden bekommen hatte. Auch bei Ruth Schwenkel arbeiteten einige Male zwei Ostarbeiter im Garten. Eine Anweisung des Landrats sah vor, dass die Arbeitsleistung der Ostarbeiter optimal ausgeschöpft werden solle. Deshalb mussten manche Arbeiter zusätzlich zu ihrer Arbeit in den Betrieben bei Privatleuten, Bauern oder der Stadt aushelfen. Schwenkel erzählt, dass sie sie gut behandelt  habe, sie habe ihnen etwas zu Essen gemacht und ihre Kleider geflickt[20].
 
 
 
 
 
7.Die Firma Hugo Boss
 
 
Firmengeschichte
 
Die Firmengeschichte des heutigen Weltkonzerns beginnt 1924 in der Kronenstraße 2 mit der Gründung einer Kleiderfabrik. Eugen Holy kommt Ende der 20iger Jahre in den Betrieb und heiratet die Boss-Tochter Gertrud 1931[21]. Nach mehreren Geschäftskrisen während der schlechten Wirtschaftslage und dem Eintritt des Firmenchefs Hugo Boss in die NSDAP am 1.April 1931, hatte sich der Betrieb als Lieferant von SA-, SS-, HJ- und Wehrmachtsuniformen stabilisiert. Weil Mitte der 30er Jahre mit Beginn der Aufrüstung immer mehr Wehrmachtsaufträge kamen, wurde die Belegschaft von 22 Beschäftigten im Jahr 1930 auf 99 im Jahr 1937 erhöht. Außerdem erfolgte 1938 der Umzug in die Kanalstraße, wo sich heute der Fabrikverkauf befindet[22].
Die Uniformaufträge kamen nicht von ungefähr, die Firmenoberen waren alle bekennende Nazis. „Die Boss waren alles große Verehrer von Adolf Hitler“, sagt die ehemalige Näherin Pauline Kuder [23]. Ihre ehemalige Kollegin Edith Poller berichtete: "Einer der Betriebsleiter, mit Namen Schmid, kam nur in Uniform ins Geschäft. Er hat nur mit „Heil Hitler“ gegrüßt, wer das nicht tat, ist aufmerksam gemacht worden, dass man mit dem deutschen Gruß zu grüßen hat". Auch die Näherin Pauline Kuder bestätigt: Der Schmid war ein arger Nazi. Als ich eines Morgens in letzter Minute kam, sagte ich Guten Morgen, dann hat er mich am Kragen gepackt und wieder zur Türe hinausgezogen. Er sagte, ob ich nicht wisse, wie der deutsche Arbeiter grüße, dann hab ich mit „Heil Hitler“ grüßen müssen.“
Im Entnazifizierungsverfahren gegen Hugo Boss wurde der Firmenchef anfangs als "belastet" eingestuft, später jedoch auf "Mitläufer" reduziert[24]. Der Metzinger Albert Fischer sagte jedoch in einer Befragung durch das Stadtarchiv Metzingen aus: „Der alte Boss war ein Obernazi. Der hatte noch 1945 ein Bild in seiner Wohnung hängen, als er auf dem Obersalzberg war beim Führer. Da hatte er sich neben dem Führer aufnehmen lassen.“[25]
Auf Hugo Boss, der am 9. August 1948 an einem vereiterten Zahn starb, folgte sein Schwiegersohn Eugen Holy als Firmenchef. Dessen Söhne Uwe und Jochen Holy begründeten in den siebziger Jahren den heutigen Erfolg der Hugo Boss AG. Im Geschäftsjahr 2000 machte das Unternehmen einen Umsatz von 1,8 Milliarden Mark und einen Gewinn von 213 Millionen Mark[26].
 
 
Zwangsarbeit
 
Im Frühjahr 1940 fährt der Vertreter Martin Eberhard im Auftrag von Hugo Boss nach Südpolen, um dort mit Hilfe der Gestapo Arbeiter anzuwerben[27]. Eberhard brachte per Zug in einem extra Waggon vier Männer und sechzehn Frauen gegen ihren Willen als die ersten Zwangsarbeiter der Firma Boss nach Metzingen.
Insgesamt waren in der Zeit des Nationalsozialismus bei der Firma Boss 30 bis 40 französische Kriegsgefangene und 150 Zwangsarbeiter beschäftigt. Der Frauenanteil betrug über 75 Prozent, das Durchschnittsalter lag zwischen 20 und 25. Arbeiter sowohl aus West- als auch aus Osteuropa waren bei Boss beschäftigt[28].
Die Zwangsarbeiter mussten wie die deutsche Belegschaft von sechs bis 18 Uhr arbeiten und wurde offiziell mit 75 Mark pro Woche bezahlt. Davon blieben jedoch nach Abzug von Miete und Verpflegung nur etwa 50 Mark im Monat übrig.[29]
Untergebracht waren die Zwangsarbeiter in einem Barackenlager auf dem Gelände des heutigen Parkplatzes für den Fabrikverkauf, im Ostarbeiterlager und bei Privatpersonen im Stadtgebiet.
 
 
Berichte ehemaliger Zwangsarbeiter bei Hugo Boss[30]
 
Anna Wocka geb. Gisterek, 77, Zwangsarbeiterin bei Hugo Boss
 
Anna Gisterek wird am 17.5.1924 in Oswiecim geboren. Sie ist die jüngere Schwester von Josefa Gisterek, die am 23.3.1921 ebenfalls in Oswiesim geboren wurde. Am 10.5.1940 wird Anna nach Metzingen deportiert und dort in der Firma Hugo Boss zu Zwangsarbeit gezwungen. Sie erinnert sich: „Ein Mitarbeiter der Firma Hugo Boss, ein Herr Eberhard war im Frühjahr 1940 in Polen. Er suchte persönlich 20 Personen (vier Männer und 16 Frauen) aus und brachte diese mit der Polizei nach Bielsko-Biala (die nächste größere Stadt), von wo aus der Zugtransport nach Metzingen begann.“ Das 16jährige Mädchen Anna ist in einer privaten Wohnung auf einem Bauerhof in der Wiesenstraße 9 bei Maria Speidel untergebracht, zusammen mit einer anderen Arbeiterin. Die Nahrungsmittelversorgung sei sehr spärlich, die hygienischen Bedingungen aber gut gewesen, erinnert sich Anna Wocka, geborene Gisterek.
Im Oktober 1941 wird Annas ältere Schwester Josefa im Alter von 20 Jahren ebenfalls gegen ihren Willen zur Zwangsarbeit nach Metzingen gebracht. Auch sie muss bei Hugo Boss arbeiten und wohnt mit ihrer Schwester in der Wiesenstraße. Die Arbeitszeiten bei Boss sind sechs bis 18 Uhr. Anna erinnert sich noch gut an Hugo Boss: „Er war ein großer, dicker Mann mit blonden Haaren, der sich oft in der Firma aufhielt“. Ihre Aufgabe ist es, Knöpfe an die Militäruniformen zu nähen, die damals bei Boss hergestellt werden. Wenn die Haushälterin von Hugo Boss krank ist, hilft Anna auch im Haushalt des Firmenchefs mit.
„Für die Arbeit in der Fabrik wurden mir in der Woche 75 DM bezahlt, davon ging aber die Miete und das Mittagessen ab, so dass 50 DM im Monat übrig blieben. Manchmal reichte das Geld nicht einmal für etwas Brot“, so Anna Wocka.
Im Dezember 1941 berichtet der Vater seinen Töchtern von einem Unfall der Mutter und bittet um Hilfe bei der Versorgung der weiteren acht Kinder. Josefa Gisterek beantragt bei ihrem Arbeitgeber Urlaub, der jedoch mit der Begründung, sie habe zu kurz für das Unternehmen gearbeitet, abgelehnt wird. Daraufhin entschließt sich Josefa zur Flucht. Mit ihrem gesamten Geld und dem ihrer Schwester flüchtet sie durch ganz Deutschland in ihre Heimatstadt Oswiecim.
Am 4. Januar 1942 bricht Anna Wocka im Rahmen ihres regulären Urlaubs ebenfalls nach Oswiecim auf. Dort trifft sie ihre Schwester allerdings nicht mehr an, die Gestapo hatte sie bereits verhaftet. „Die Gestapo verhaftete meine Schwester in unserem Elternhaus und brachte sie in verschiedene Konzentrationslager. Die Namen nannte sie niemals. Dort wurde sie sehr gewalttätig behandelt und oft auf den Kopf geschlagen. Innerhalb meines 12tägigen Urlaubs wollte ich meine Schwester zurückholen, aber da war sie schon von der Gestapo abgeholt worden“, so Anna Wocka. Im Gestapo Gefängnis Myslowice (bei Katowice) verliert sich ihre Spur. Im benachbarten Konzentrationslager Auschwitz ist ein großer Teil der Akten über weibliche Häftlinge vernichtet worden. Auch die allermeisten Gestapo-Akten wurden noch vor Kriegsende vernichtet. In welchen Lagern Josefa Gisterek inhaftiert war, ist also noch nicht endgültig rekonstruierbar.
Im März 1943 wurde Josefa Gisterek zurück nach Metzingen gebracht, wo sie wieder bei Frau Speidel in der Wiesenstraße untergebracht war. Trotz ihres vorangegangenen Aufenthalts in mehreren Konzentrationslagern und den daraus hervorgehenden Kopfverletzungen wurde sie bei Hugo Boss zur Arbeit gezwungen. „Sie sah sehr schlimm aus, als sie wieder nach Metzingen gebracht wurde. Trotzdem musste sie wieder bei Boss arbeiten. Der Kappo der Firma Boss hat sie zum Arbeiten gezwungen, obwohl sie schon sehr krank war und starke Kopfschmerzen hatte. Erst nach langem Bitten wurde ihr ein Arztbesuch bei Doktor Bornhäuser gestattet. Sie war so schwach, dass sie nach einer Spritze bewusstlos wurde“, erinnert sich ihre Schwester Anna Wocka.
Am 5.7.1943 nimmt sich Josefa Gisterek im Hause Speidel mit Gas das Leben. Sie hat keinen Abschiedsbrief hinterlassen, nur ein Gedicht in ihrem Tagebuch. Zur Beerdigung im Juli 1943 reisen auch die Eltern aus Polen an, die am offenen Sarg in der Friedhofskapelle Abschied von ihrer Tochter nehmen. Der katholische Pfarrer Alois Schmitt beerdigt sie nicht, Suzid wird damals noch strenger bewertet. Die Beerdigungskosten übernimmt Hugo Boss, der Familie wird jedoch keine weitere finanzielle Hilfe gewährt.
Auch nach dem Tod ihrer Schwester muss Anna Wocka weiter bei Hugo Boss arbeiten. Erst 1944 wird sie zu den Röhrenwerken Rieber in Reutlingen versetzt. Am 8.12.1945 kehrt sie mit einem amerikanischen Transport in ihre Heimat zurück. Sie heiratet, wird Mutter von vier Kinder und arbeitet als Kindergärtnerin. Sie sagt: „Ich bin 77 Jahre alt und sehr krank, aber ich würde gerne noch einmal nach Metzingen zurückkommen und das Grab meiner Schwester sehen.“
 
 
Maria Klima, 72, Zwangsarbeiterin bei Hugo Boss
 
Zunächst möchte ich Ihnen einige Fragen stellen:
  • Haben Sie jemals in einem schmutzigen Bett geschlafen, auf das es geschneit hat?
  • Hat Sie schon einmal jemand ins Gesicht geschlagen, weil sie einen Apfel vom Boden aufgehoben haben?
  • Haben Sie schon einmal zusammen mit 20 Personen im Alter von 14 bis 40 gebadet?
  • Haben Sie schon einmal Heiligabend in einem Lager verbracht?
Ich könnte noch viele weitere Fragen stellen. Am 1. Mai 1943 wurde ich im Alter von 14 Jahren alleine nach Metzingen gebracht und musste in der Uniformfabrik Hugo Boss arbeiten. Zunächst war ich privat untergebracht, später dann im Ostarbeiterlager. Dort war die Versorgung mit Nahrungsmitteln schlecht. Das Zeichen „P“ musste ich die ganze Zeit an meiner Kleidung tragen. Bei Hugo Boss haben wir Uniformen für die Wehrmacht genäht, wir mussten 12 Stunden am Tag arbeiten. Unter den Chefs gab es einige Nazis. Man konnte sie am Verhalten erkennen, sie nannten uns „Polenschweine“. Der Herr Boss war angeblich ein Nazi, aber zu uns jungen Leuten war er freundlich. Zu den Metzingern hatten wir kaum Kontakt, ich glaube, die Deutschen hatten Angst vor uns.
 
 
Jan Kondak, 76, Zwangsarbeiter bei Hugo Boss
 
Jan Kondak wurde am 10.4.1925 in Wadowice (Nähe Krakau) geboren, von wo aus er zwangsweise nach Deutschland gebracht wurde. In Metzingen musste er vom 27.11.1942 bis zum 24.4.1945 bei der Uniform- und Kleiderfabrik Hugo Boss arbeiten. Seine Aufgabe während der achtstündigen Arbeitszeit war die Reinigung der Maschinen. Zusammen mit anderen bei Boss beschäftigten Russen und Polen war Kondak im betriebseigenen Lager untergebracht, später im Ostarbeiterlager. Die hygienischen Bedingungen beschreibt er als schlecht: „In den Baracken waren Läuse und Flöhe“. Auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln sei schlecht gewesen. Vom Lager zur Firma durften sich die Zwangsarbeiter ohne Bewachung bewegen, jedoch mussten sie sich innerhalb einer festgesetzten Zeit anmelden. Jan Kondak fühlte sich von den Chefs, die er an Hand ihrer Uniformen als Nazis erkannte, im Vergleich zu den deutschen Arbeitern benachteiligt. Bei Luftangriffen durfte Kondak nicht in die offiziellen Schutzräume, sondern musste in die Fabrik. Über Hugo Boss sagt er: „Für die nicht bezahlte Zwangsarbeit soll er sich schämen. Er hat sich durch uns reich gemacht“.
 
 
Elzbieta Kubala-Bem, 80, Zwangsarbeiterin bei Hugo Boss
 
Ich wurde am 17. November 1921 in Jasienica geboren. Im Alter von 19 Jahren, im April 1940, hat mich die Gestapo bei einer Straßenrazzia aufgegriffen. Ein Herr Eberhard von der Firma Hugo Boss hat mit der Gestapo zusammengearbeitet. Herr Eberhard war für den Transport verantwortlich. Mit dem Transport wurden auch andere Arbeiter nach Reutlingen und Tübingen geschickt. Der Zugtransport führte über Ulm und dann entlang der Donau in ein Sammellager, wo die Desinfektion durchgeführt wurde. Für die Boss-Arbeiter war ein extra Waggon reserviert. Zwei Tage mussten wir im Stall übernachten und wurden von einem Arzt untersucht. Später hat uns dann Herr Eberhard mit der Wehrmacht nach Metzingen gebracht.
In Metzingen musste ich ab dem 26. Mai 1940 bei Hugo Boss als Näherin, sowie in der Küche des Gasthofs „Baumann“ (beim Rathaus) arbeiten. Als Lohn für unsere Arbeit bekamen wir sechs, sieben Mark in der Woche. Das erste Jahr war ich im Ostarbeiterlager untergebracht, ab 1942 konnte ich im Gasthof wohnen. Auch ich musste die ganze Zeit den Annäher mit dem „P“ tragen. Ich hab das „P“ bis heute. Bei Boss betrug die Arbeitszeit 12 Stunden, im Gasthaus musste ich noch einmal vier Stunden in der Küche helfen. Zu deutschen Arbeitern durften wir keinen Kontakt haben und umgekehrt auch nicht. Die Chefs bei Boss waren immer diplomatisch und unfreundlich. Eine Sonderbehandlung für Kinder oder schwangere Frauen gab es nicht. Auch gab es keine Möglichkeit, einen Arzt zu besuchen. Bei Krankheiten haben wir uns selbst geholfen. Aus meiner Zeit in Metzingen habe ich ein Rheumaleiden. Schutzräume während Luftangriffen standen nur den Deutschen zur Verfügung.
1942 bin ich nach Hause geflohen, meine Mutter war krank. Die Zugfahrkarte hatte mir die Besitzerin des Gasthofs „Baumann“ bezahlt. Weil mich die Gestapo suchte, bin ich selbst wieder nach Metzingen zurück gekommen. Von da an musste ich mich jeden Tag bei der Polizei melden.
Nach der Befreiung durch die Alliierten 1944 war ich eine der ersten, die nach Hause zurückkehrten. Wir sind gleich nach der Befreiung aus dem Lager geflohen. Nach der Rückkehr in die Heimat war ich fünf Jahre lang krank. Danach begann ich als Buchhalterin in Bielsko zu arbeiten und bekam drei Kinder.
Von der Debatte um die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter bin ich enttäuscht. Es wird zu viel geredet und es gibt kein Geld. Die warten bloß bis wir sterben, dann müssen sie nicht bezahlen. Ob ich eine Einladung nach Metzingen annehmen würde? Nein, ich kann nicht mehr nach Metzingen kommen, ich bin schon 80 Jahre alt und herzkrank. Aber mein Sohn und mein Enkel würden sehr gern die Reste des Lagers und die Fabrik von Hugo Boss sehen, wo ich schuften musste.
 
 
 
Im Juni 2000 ist die Hugo Boss AG der Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft zur Entschädigung der Zwangsarbeiter beigetreten. Als freiwillige Richtgröße für eine Beteiligung nennt die Stiftung für produzierendes Gewerbe ein Promille des Jahresumsatzes. Die Hugo Boss AG machte 1999 einen Umsatz von 1,47 Milliarden Mark. Die Arbeit von Elisabeth Timm wurde bisher von der Hugo Boss AG nicht veröffentlicht, sondern nur einigen Journalisten und Archiven zugänglich gemacht.
Zu den Berichten von Anna Wocka über das Schicksal ihrer Schwester Josefa will Boss-Pressesprecher Godo Krämer keine Stellung nehmen.
 
 
 
 
8. Zwei Beispiele für einen offensiven Umgang mit der Geschichte
 
 
Das Volkswagenwerk
 
Geschichte
 
Den aus Amerika stammenden Gedanken der Massenmotorisierung wollten auch die Nazis für ihre Zwecke nützen. Sie beauftragten Ferdinand Porsche mit der Entwicklung eines Volkswagens. 1937 zog die Deutsche Arbeitsfront (DAF) den Auftrag zum Bau der Volkswagen Werke an sich. Wegen der Kriegsvorbereitungen war es schwierig, genug Arbeitskräfte zu bekommen, die DAF warb deshalb über 3ooo italienische Bauarbeiter an. Auch für den Beginn der Produktion wurden ausländische Arbeiter verpflichtet, die überwiegend aus den Niederlanden, aus Italien, Belgien und Dänemark kamen. Als Wanderarbeiter wurden sie gleich behandelt, versorgt und bezahlt wie die deutschen Beschäftigten.
Die ersten Zwangsarbeiterinnen kamen im Juni 1940 ins Werk: 3oo polnische Frauen, die in einem früheren Arbeitsdienstlager untergebracht wurden, 12 km vom Werk entfernt. Ab Februar 1941 arbeiteten weitere Zwangsbeschäftigte im Werk: 700, später über 1000 deutsche Militärstrafgefangene.
Neben der Produktion des "Kraft-durch-Freude"-Wagens trugen vor allem Großaufträge für die Rüstung zu einer Unternehmensentwicklung bei, die wegen der Arbeitskräfteknappheit zu einer Ausweitung der Zwangsarbeit  führte. Bis zum April 1944 waren über 11000 der ca. 17000 Beschäftigten zur Zwangsarbeit verpflichtete Menschen. Der VW-Konzern war damit das Unternehmen, das im Deutschen Reich die meisten Zwangsarbeiter beschäftigte. Die Arbeiter stammten aus vielen verschiedenen Ländern. Dabei wurden bei der Behandlung und Versorgung, wie auch im gesamten Reichsgebiet und in Metzingen,  große Unterschiede zwischen West- und Osteuropäern gemacht.
Die größte Ausländergruppe im Volkswagenwerk waren, wie in Metzingen auch, die sogenannten „Ostarbeiter“, die  seit 1942 aus den besetzten Landesteilen der Sowjetunion rekrutiert wurden, darunter auch Jugendliche, zahlreiche Schwangere und Familien mit Kleinkinder. Von den 4800 Ostarbeitern im Mai 1944 waren die Hälfte Frauen.
Auf die schlechte Konstitution einzelner Arbeiter wurde keine Rücksicht genommen, so wurden Schwangere nur bis Dezember 1942 in ihre Heimat abgeschoben, danach richtete das Volkswagenwerk im Lager eine Baracke für Entbindungen und die Säuglingsunterbringung ein. Schlecht ausgebildetes Pflegepersonal, Überfüllung und Krankheiten führten zum Tod von 365 Kindern.
Die französischen Westarbeiter, 1000 Kriegsgefangene, 15oo zwangsrekrutierte Zivilisten und 4oo freiwillige Jungarbeiter übten teilweise Schlüsselfunktionen aus und wurden nur in Einzelfällen schikaniert.
Auch schätzungsweise 5000 KZ-Häftlinge mussten für das Volkswagenwerk während des Krieges Zwangsarbeit leisten[31].
 
 
Aufarbeitung
 
Jahrelang blieb die Geschichte des nationalsozialistischen Musterbetriebs unaufgearbeitet. 1986 gab der Vorstand der Volkswagen AG nach einer Initiative des Betriebsrates eine unabhängige Forschungsarbeit in Auftrag, die die Geschichte des Volkswagenwerkes im Nationalsozialismus untersuchen und aufarbeiten sollte. Diese Forschungsarbeit wurde von einem wissenschaftlichen Team unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Mommsen erstellt und 1996 unter dem Titel "Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich" veröffentlicht.
Das Unternehmen entschloss sich zu einem offensiven Umgang mit seiner Vergangenheit und obwohl nach bisheriger Rechtsauffassung durch die Verbrechen der NS-Diktatur keine rechtlichen Ansprüche gegen das Volkswagenwerk bestehen, bekennt sich das Unternehmen eindeutig zu seiner historischen und politischen Verpflichtung[32].
Seit 1988 wurden in einem Zeitraum von zehn Jahren mehr als 25 Millionen Mark für humanitäre Projekte und gemeinnützige Bildungsarbeit zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um soziale Projekte in den Heimatländern ehemaliger Zwangsarbeiter, z.B. Schulen und Waisenhäuser, Krankenanstalten und Heime für Alte und Gebrechliche in Polen, der Ukraine und Weißrussland sowie in Israel. Das Volkswagenwerk unterstützt die Internationale Jugendbegegnungsstätte in der Nähe der Gedenkstätte Auschwitz und schickt Auszubildende des Unternehmens regelmäßig dort hin. Zum Veranstaltungsprogramm gehören Seminare und Vorträge sowie die Instandhaltung des Lagergeländes[33].
 
Mit Beginn der Zwangsarbeiter-Klagen in den USA, auch gegen den VW-Konzern im Sommer 1998 und der öffentlichen Diskussion fasste der Vorstand am 7.7.98 einen Grundsatzbeschluss, an Zwangsarbeiter, die 1944/45 im Volkswagenwerk arbeiteten, auch humanitäre Einzelhilfe zu leisten. Dieser Grundsatzbeschluss machte den VW-Konzern zum Vorreiter in Sachen Zwangsarbeiterentschädigung. Dazu wurde ein Hilfsfond gegründet[34]. Diesem Fond wurde ein Budget von 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Ein Kuratorium von "namhaften Persönlichkeiten", unter Vorsitz von Simon Peres und den Mitgliedern Dr. Franz Vranitzky und Dr. Richard von Weizäcker,  sollte den Umfang der individuellen Hilfe bestimmen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG Deutsche Treuhandgesellschaft bekam den Auftrag der administrativen Durchführung und Zahlungsabwicklung[35]. Die KPMG informierte durch Zeitungsanzeigen in 22 Heimatländern ehemaliger Zwangsarbeiter über den Hilfsfond und konnte bis März 99 bereits 219 Auszahlungen vornehmen. Dabei erhielt jeder der ehemaligen Zwangsarbeiter 10.000 Mark[36].
Im Volkswagenwerk in Wolfsburg wurde 1991 ein Gedenkstein eingeweiht zur Erinnerung an das Schicksal der Zwangsarbeiter, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge, die im Zweiten Weltkrieg im Werk arbeiten mussten. 1999 wurde eine Erinnerungsstätte zur Geschichte der Zwangsarbeit auf dem Gelände der VW-Werke gebaut.
 
 
Die Stadt Ulm
 
Während des Zweiten Weltkrieges waren in Ulm etwa 10 000 Menschen als Zwangsarbeiter eingesetzt. Ungefähr 2000  kamen aus Polen  und die meisten  von ihnen waren bei ihrer Ankunft noch jünger als 20 Jahre.
 
In Ulm gibt es das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg e.V., das von einem Verein getragen wird, der bereits 1948 von ehemaligen KZ-Häftlingen aus der Ulmer Region gegründet wurde und es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Gedenkstätte in den ehemaligen Räumen des Konzentrationslagers „Oberer Kuhberg“ zu erhalten. Außerdem engagiert sich das Dokumentationszentrum in der Geschichtsforschung.
 
1994 beschloss der Verein, die Geschichte der Zwangsarbeit in Ulm aufzuarbeiten. Das Forschungsprojekt “Polnische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in der Region Ulm/Neu-Ulm, 1940-1945“ begann. Wesentliches Ziel dieses Projekts war es, die Geschichte der Zwangsarbeit nicht nur aus deutschen Quellen zu rekonstruieren, sondern die Betroffenen selbst zu Wort kommen zu lassen.
Durch Anzeigen in polnischen Zeitungen und direktes Anschreiben von ehemaligen Zwangsarbeitern ließen sich 130 polnische Frauen und Männer dazu bewegen, ganz persönliche Berichte über ihr Leben als Zwangsarbeiter zu schreiben und Fotos und Dokumente aus dieser Zeit zur Verfügung zu stellen. Ungefähr die Hälfte der Berichte  stammen von ehemaligen Telefunken-Zwangsarbeitern. 1996 wurden die Berichte in einem Buch veröffentlicht, das unter dem Titel „Schönes, schreckliches Ulm. 130 Berichte ehemaliger polnischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die in den Jahren 1940 bis 1945 in die Region Ulm/Neu-Ulm verschleppt worden waren“ von Silvester Lechner herausgegeben wurde. 1999 erschien in Lodz das Buch in polnischer Sprache.
Viele persönliche Kontakte zwischen Deutschen und Polen waren im Rahmen des Projektes entstanden. Die meisten Polen, die sich mit Berichten beteiligt hatten, wünschten sich, noch einmal nach Ulm zu kommen. Daher organisierte der Trägerverein des DZOK mit Unterstützung vieler Privatpersonen und Organisationen für insgesamt 160 ehemalige Zwangsarbeiter einen fünftägigen Besuch in  der Stadt Ulm.
Im Oktober 96 und im April 97 machten sich jeweils 80 polnische Frauen und Männer auf eine sogenannte zweite, dieses Mal freiwillige Reise nach Ulm. In der Folgezeit kam es neben weiteren gegenseitigen Besuchen zur Gründung einer „Gruppe Ulm“ der Deutsch-polnischen Gesellschaft im Mai 97 sowie der Gründung von „Telefunken Lodz und Ulm“, wo sich ebenfalls 1997 ehemalige Telefunken-Zwangsarbeiter in Lodz zusammenschlossen. Zur Erinnerung an die Telefunken-Zwangsarbeiter wurden 1999 sowohl in Lodz als auch in Ulm Gedenktafeln errichtet.
 
 
 
 
 
9. Schlussbemerkung
 
Seit eineinhalb Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Zwangsarbeit in Metzingen. Neben den Gesprächen mit Zeitzeugen in Metzingen waren vor allem die Berichte der ehemaligen polnischen Zwangsarbeiter sehr aufschlussreich.
Dabei ist mir klar geworden: Die damaligen Geschehnisse bewegen noch immer. Die ehemaligen Arbeiter, weil sie fast alle traumatische Erlebnisse in dieser Zeit hatten. Die damaligen Metzinger, weil in den letzten Jahrzehnten einfach totgeschwiegen wurde, was nicht zu vergessen ist. Da man mit diesem Schweigen immer noch konfrontiert wird, fällt es uns heute, ohne alle wichtigen Informationen zu haben, so schwer diese Zeit zu verstehen und zu beurteilen. Es geht um Wissen. Wissen was damals geschah und wer was zu verantworten hat.
Nur durch eine schnelle Einladung der Überlebenden nach Metzingen und eine breiten Dialog ist es möglich, Licht ins Dunkel zu bringen. Und es gibt auch eine moralische Verpflichtung der heutigen Metzinger den ehemaligen Zwangsarbeitern gegenüber, die bis heute unter den schrecklichen Erinnerungen an Metzingen leiden.
Motor einer solchen Einladung sollten Gemeinderat und Bürgermeister sein unter Einbeziehung der Wirtschaftsunternehmen. Inzwischen gibt es neben der Stadt Ulm auch noch weitere Beispiele in der Umgebung, etwa Tübingen, in denen solch ein Besuch für alle gewinnbringend durchgeführt wurde.
 
 
 
 
Bibliographie
 
 
 
  1. Atema, Harmen. Erinnerung an Metzingen, Kriegsende und Besatzungszeit. Arbeitskreis Stadtgeschichte. Metzingen 1988.
 
  1. Bidlingmaier, Rolf (Hrsg.). Metzingen in der Zeit des Nationalsozialismus. Stadt Metzingen. Metzingen 2000
 
  1. Brett, Ulrich. Zweiter Weltkrieg und Kriegsende in Metzingen. Publikationen des Metzinger Stadtarchivs. Metzingen 1995.
 
  1. Krause-Schmitt. Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Studienkreis deutscher Widerstand und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) / Bund der deutschen Antifaschisten Baden-Württemberg.
 
  1. Mommsen, Hans; Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich. Econ, Düsseldorf; 1996.
 
  1. Landmesser, Paul und P.P.; Wir lernen im vorwärts gehen/Dokumente zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Reutlingen 1844-1949. Heilbronn 1990.
 
  1. Lechner, Silvester. Schönes schreckliches Ulm. Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm KZ Gedenkstätte. Ulm, 1997. 2.Verbesserte Auflage.
 
  1. Rettich, Birgit. Die NS-Zeit im Raum Reutlingen: Aspekte zur Wirtschaftsgeschichte. Riederich 1991.6
 
  1. Schäfer, Anette. Zwangsarbeit im Gau Württemberg - Hohenzollern von 1939 bis 1945. Schwäbisch Gmünd.
 
  1. Veit, Erdmute und S.S.; Die Lage der Fremdarbeiter in Metzingen. Stadtarchiv, 1983
 






[1] Bidlingmaier, Rolf. Metzingen in der Zeit des Nationalsozialismus. 2000. S.111
[2] Krause-Schmitt, Ursula. Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Studienkreis deutscher Widerstand und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) / Bund der deutschen Antifaschisten Baden-Württemberg.
[3] Bidlingmaier, Rolf. Metzingen in der Zeit des Nationalsozialismus. 2000. S.111
[4] Spoerer, Mark. www.uni-hohenheim.de
[5] Krause-Schmitt, Schmid. Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Studienkreis deutscher Widerstand und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) / Bund der deutschen Antifaschisten Baden-Württemberg.
[6] Bidlingmaier, Rolf. Metzingen in der Zeit des Nationalsozialismus. 2000. S.202
[7] Krause-Schmitt, Schmid. Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Studienkreis deutscher Widerstand und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) / Bund der deutschen Antifaschisten Baden-Württemberg.
[8] Brett, Ulrich. Zweiter Weltkrieg und Kriegsende in Metzingen. Stadtarchiv Metzingen; 1995. Seite 14.
[9] Rettich, Birgit. Die NS-Zeit im Raum Reutlingen: Aspekte zur Wirtschaftsgeschichte. Riederich, 1991. S.102.
[10] Stadtarchiv Metzingen MA 986
[11] Stadtarchiv Metzingen Nr. 983; 984; 986
[12] Brett. Seite 17.
[13] Timm, Elisabeth. Hugo Ferdinand Boss (1885-1948) und die Firma Hugo Boss. Eine Dokumentation. Tübingen, 1999.
[14] Atema, Harmen. Erinnerungen an Metzingen. Seite 8.
[15] Archiv Arbeitskreis Stadtgeschichte
[16] Spoerer, Marc. www.uni-hohenheim.de
[17] Stadtarchiv Metzingen MA 984
[18] Brett. Seite 24.
[19] Brett. Seite 56.
[20] Protokoll im Archiv Arbeitskreis Stadtgeschichte
[21] Südwest Presse Metzingen 29.7.2000
[22] Timm. Seite 8.
[23] Gespräch mit Pauline Kuder im Juli 2000
[24] Timm. Seite 24.
[25] Interview mit Albert Fischer. Stadtarchiv Metzingen.
[26] DPA
[27] Erinnerungen von Anna Wocka und Elzbieta Kubala-Bem
[28] Timm. Seite 10
[29] Anna Wocka
[30] Korrespondenz ab Januar 2001
[31] Mommsen, Hans. Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich. Econ, Düsseldorf; 1996.
[32] Pressemitteilung, Volkswagen Kommunikation, 15.6.1998.
[33] Pressemitteilung, Volkswagen Kommunikation, 23.12.1998.
[34] Pressemitteilung, VW vom 7.7.1998
[35] Pressemitteilung VW vom 11.9.1998
[36] Pressemitteilung VW vom 16.3.1999

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