50 Dinge, die Sie noch nicht über die Mondmission wussten

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50 Dinge, die Sie noch nicht über die Mondmission wussten

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50 Dinge, die Sie noch nicht über die Mondmission wussten

Bild  © Getty Images Da klemmte was: Buzz Aldrin neben der amerikanischen Flagge auf dem Mond

© WELT/ Isabell Finzel „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit“: Heute weiß wohl jeder um die Bedeutung dieses Satzes. Der amerikanische Astronaut Neil Armstrong setzte mit diesen Worten als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond. Ein Rückblick. Quelle: WELT/ Isabell Finzel Am 21. Juli 1969 landeten die ersten Menschen auf dem Mond. Auch 50 Jahre später ist ihr Triumph nicht verblasst, die ein oder andere Kleinigkeit aber ist seitdem vergessen worden oder wurde erst seither bekannt.
 Und so beschreibt etwa James Donovans höchst lesenswertes Sachbuch „Apollo 11“ (DVA, 439 S., 28 €) nicht nur die technischen Höchstleistungen eines 25-jährigen Prozesses, der in der Mondlandung mündete, sondern auch alles, was menschlich ist: Harndrang, schlechte Laune oder Schuld, Glaube, Geworfenheit, Kunst oder Rivalität.
 Zum 50. Jahrestag der Mondlandung haben wir deshalb 50 Anekdoten zusammengetragen, die sonst eher nicht im Zentrum des Gedenkens stehen.
 1) Die erste Rakete, die den Weltraum erreichte, ist leider eine V2 gewesen. Gezündet hat sie 1944 ein skrupelloser Wissenschaftler namens Wernher von Braun, der Mitschuld am Tod Tausender Zwangsarbeiter trägt. Ungleich unbekannter ist der Mann, der von Brauns Gesuch, zu den Amerikanern überzulaufen, entgegennahm. Private First Class Fred Schneickert sagte „Hände hoch“, als ihm Magnus von Braun als Emissär seines Bruders entgegenradelte und in einem Mix aus Englisch und Deutsch erklärte, Raketenwissenschaftler zu sein.
 
Bild © Getty Images Wernher von Braun (1912 bis 1977) und John F. Kennedy 1963 in Cape Canaveral Quelle: Getty Images
 2) „I Aim For The Stars“ – „Ich ziele auf die Sterne“ – hieß der Film, in dem Disney den ehemaligen SS-Sturmbannführer Wernher von Braun zum Nazi-Opfer erklärte (und seine Sekretärin zur Spionin im Dienste der Alliierten). Vergessen ist der Untertitel, den der Komiker Mort Sahl in Erinnerung an die tödliche V2 vorschlug: „Aber manchmal treffe ich London“.
 3) Vom Sputnikschock hat jeder schon mal gehört. Dass der erste Satellit ein Russe war, führte schließlich zur Gründung der Nasa. Weitgehend vergessen ist der erste amerikanische Versuch, einen Satelliten ins All zu schießen. Im Dezember 1957 fiel er von der Nase seiner Rakete und sendete aus einem Gebüsch. Sein Spitzname danach: „Kaputnik“.
 
Bild © AFP/Getty Images Eine Laika-Attrappe in einem Nachbau von Sputnik II Quelle: AFP/Getty Images
 4) Vor der bemannten steht die betierte Raumfahrt. Erinnert wird allerdings fast nur noch Laika, die Kosmohündin der Sowjets. Dabei hätten insbesondere die amerikanischen Affen namens Albert ein Ehrenmal verdient. Albert I, 1948 in einer V2 in die Atmosphäre geschickt, erstickte. Bei Albert II versagte der Fallschirm. Albert III explodierte mit seiner Rakete. Albert IV und Albert V erging es wie Albert II. Erst Albert VI landete sicher. Zwei Stunden später starb er an Überhitzung.
 5) Die ersten Affen, die die amerikanische Raumfahrt überlebten, hießen Patricia und Mike.
 6) Mit dem ersten bemannten Weltraumprogramm der USA – dem Projekt Mercury – kam der Beruf des Astronauten (nicht: Kosmonauten) in die Welt. Wen aber sollte die Nasa einstellen? 1958 dachte man unter anderem über Ballonfahrer, Polarforscher und Schlangenmenschen nach. Der Vorschlag, Frauen einzustellen, weil die mehr innere Kraft besäßen, war angeblich nicht ernst gemeint.
Bild © Getty Images Die Mercury Seven v.l.n.r.: Scott Carpenter, Gordon Cooper, John Glenn, Gus Grissom, Wally Schirra, Alan Shepherd, Deke Slayton Quelle: Getty Images 7) Amerikas erste Astronauten waren Piloten. Die Mercury Seven waren sämtlich weiß, männlich, Protestanten und aus dem Mittleren Westen. Weit überraschender: Sie alle hatten einen IQ über 130 und waren entweder erster oder einziger Sohn.
 8) Die Mercury Seven wurden in der Öffentlichkeit stante pede zu uramerikanischen Pionieren erklärt. „Fast jeder amerikanische Heldenmythos“, schreibt Apollo-11-Biograf James Donovan, „wurde beschworen.“ Besonders beliebt aber war der Vergleich mit einem fiktiven Helden: Im Comic bekämpfte Buck Rogers „die schrecklichen Roten Mongolen“.
 9) Dank einer berühmten Rede („diese Nation sollte es sich zum Ziel setzen, noch vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond zu landen und sicher zur Erde zurückzubringen“) gilt John F. Kennedy als der für die Mondfahrt entscheidende Präsident. Folgenreicher dürfte Lyndon B. Johnson gewirkt haben, der die zeitweise Überlegenheit der russischen Raumfahrt schon als Mehrheitsführer der Demokraten genutzt hatte, um den Republikanern Feuer unter dem Hintern zu machen. Der Vorschlag, im Wettrennen gegen die Russen auf die Mondladung zu setzen, kam von ihm.
Bild © Getty Images Lyndon B. Johnson (im blauen Anzug) beim Start von Apollo 11 Quelle: Getty Images 10) Lyndon B. Johnson stammte aus Texas. Houston gehörte zum Wahlkreis des Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, Albert Thomas. Die Arbeitsgruppe Raumfahrt zog 1962 von Langley, Virginia, nach Houston, Texas, um.
 11) Da die ersten Raumflüge nicht länger als 15 Minuten dauern sollten, sollten sich die Astronauten zur Not in ihre dicke Unterwäsche erleichtern. Das Problem blieb der Nasa erhalten.
 12) Nachdem sich der Start Al Shepards, des ersten Amerikaners im All, drei Stunden lang verzögert hatte, bat er darum, den Strom in seinem Anzug abzustellen. Er musste seine Blase leeren und fürchtete einen Kurzschluss.
 13) Den ersten Urinbeutel bastelten die Astronauten Gus Grissom und John Glenn aus Kondom, Gummischlauch und Plastiktüte.
 14) Den Mercury Seven war nichts Menschliches fremd, nicht einmal die Poesie. Gordon Cooper hielt auf dem Tonband seiner Raumkapsel fest: „Wenn die Sonne sich anschickt, am Horizont zu versinken, zeichnen sich ihre Umrisse deutlich ab … Es ist ein sehr helles Weiß, beinahe wie das bläulich-weiße Licht einer Bogenlampe.“
 15) Gordon Cooper musste seine Mercury-Kapsel Faith 7 aufgrund mehrerer Kurzschlüsse händisch zurück Richtung Erde bringen. Die Ursache der Kurzschlüsse: Sein Urinal war undicht.
Bild © Getty Images 20. Februar 1962: John Glenn klettert in die Mecury-Kapsel Quelle: Getty Images 16) Bevor John Glenn als erster Amerikaner drei Mal die Erde umrundete, verabschiedete er sich von seiner Frau mit den Worten: „Ich geh mal rasch zum Laden um die Ecke und hol mir ein Päckchen Kaugummi.“
 17) Für seine Erdumrundungen erhielt Glenn eine Fliegerzulage von 245 Dollar.
 18) In der Notausstattung des Astronauten Walter „Wally“ Schirra befand sich auch ein Packung Zigaretten. Schirra war Kettenraucher.
 19) Vorbild Buck Rogers oder Vorbild Thoreau? Ein beim Hersteller Lockheed ausgetüftelter Plan sah vor, einen Mann auf den Mond zu schießen und ihn dort mangels Rückreisemöglichkeit in der einsamsten Hütte des Universums zu parken. Die Nasa hat diesen Plan nie erwogen.
 20) Als John F. Kennedy am 22. November 1963 in Dallas, Texas, erschossen wurde, war er auf dem Weg zu einer Rede, in der er die exorbitanten Kosten des Raumfahrtprogramms verteidigen wollte. Nikita Chruschtschows letzter öffentlicher Auftritt als oberster sowjetischer Führer war ein Funktelefonat mit der Woschod I, dem ersten Mehrpersonenflug durchs All. Auf der Erde begrüßt wurden die Kosmonauten von Leonid Breschnew.
 21) Der erste Weltraumspaziergänger war mit Alexei Leonow ein Russe. Weniger bekannt: Für den Fall, dass er es nicht in die Woschod 2 zurückschaffen sollte, hatte er eine Selbstmordpille dabei.
 22) Alexei Leonow überlebte nicht nur den ersten Weltraumspaziergang, sondern auch eine Nacht bei eisigen Temperaturen und Wolfsgeheul im Ural. Die Woschod 2 hatte ihren Landeplatz um 1600 Kilometer verfehlt.
 23) Auf das Mercury- folgte in Houston das Gemini-Programm. Mit Gemini 7 blieben zwei Astronauten ganze 14 Tage im All. Als die Kapsel im Pazifik gelandet war, mussten sich zwei der drei Froschmänner, die die Luke öffneten, übergeben.
 24) Den übellaunigsten Flug nicht nur des Gemini-Programms legte Walter Schirra hin. Statt sich blind auf die Bodenkontrolle zu verlassen, sagte er Sätze wie: „Heute steht es mir wieder bis hier“ oder „Ich wollte, ihr könntet mir den Namen des Idioten nennen, der sich diesen Test ausgedacht hat“. Zu seiner Entschuldigung: Schirra litt an einer Kopfgrippe. Außerdem hatte er (siehe oben) das Rauchen aufgegeben.
 25) Buck Rogers mochte die Roten Mongolen bekämpfen, Joe Shea, der Direktor des Apollo-Programms, trug dennoch immer rote Socken.
 26) Normalerweise wurde die Nasa mittels Spionagesatelliten über das russische Raumfahrtprogramm informiert. Dass die Sowjetunion mit Hubschraubern für die Mondladung übte, erfuhren zwei amerikanische Astronauten allerdings vom Kosmonauten Beljajew persönlich. Beljajew hatte sich 1967 auf der Pariser Luftfahrtsschau schrecklich betrunken.
 27) Können Raketen tanzen? Vibrierte eine Saturn V heftig, sprach die Nasa von „Pogo-Problemen“.
 28) Zum klassischen Astronauten-Auto wurde die Corvette. Die Apollo-12-Crew fuhr sie in Gold. Die von Apollo 15 fuhr eine rote, eine weiße und eine blaue. Das Leasingangebot des örtlichen Autohändlers galt nur für Astronauten: ein Dollar pro Jahr.
Bild © Getty Images Auch Buzz Aldrin fuhr Corvette Quelle: Getty Images 29) Als Apollo 8 an Weihnachten 1968 zum neunten Mal den Mond umrundete, las die Besatzung abwechselnd laut aus der Bibel vor: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“
 30) Als der Erfolg von Apollo 8 offensichtlich war, sprang einer der Flugkontrolleure in Houston auf und schrie: „Die Russen sind im Arsch!“
 31) Als die Zeitschrift „Life“ einen Autor für die große Reportage über die Mondlandung suchte, entschied sie sich naturgemäß für Norman Mailer, den Muhammad Ali der Schriftstellerei. „Moonfire“ wurde das längste Stück, das „Life“ je gedruckt hatte.
Bild © Universal Images Group via Getty Die Besatzung von Apollo 11 v.l.n.r.: Neil Armstrong, Michael Collins, Buzz Aldrin Quelle: Universal Images Group via Getty 32) Als Apollo 11 abhob, stand der erste Roman von Michael Crichton auf Platz zwei der Bestsellerliste. „Andromeda“ handelte von einem tödlichen Mikroorganismus aus dem All, den ein Satellit zur Erde bringt.
 33) Der clevere Frank Sinatra hat Bart Howards Song „Fly Me to the Moon“ erst ab 1964 interpretiert. Die Besatzung von Apollo 10 ließ das Lied bei ihrem Eintritt in die Mondumlaufbahn laufen. Beim Mondlandeanflug von Apollo 11 hingegen spielte es die Bodenstation.
 34) Auf dem kleinen Kassettenrekorder an Bord von Apollo 11 lief unter anderem Dvořáks Neunte Sinfonie „Aus der Neuen Welt“.
 35) Auf Neil Armstrongs Wunsch hin hörte man auf dem Flug zum Mond auch Jazz. Das Album hieß „Music out of the Moon“.
 36) Der Apollo-Computer hatte eine Speicherkapazität von 72 Kilobyte.
Bild © AFP/Getty Images Hostie an Bord: Buzz Aldrin im Innern des Landemoduls "Eagle" Quelle: AFP/Getty Images 37) Der Vater von „Buzz“ Aldrin, dem zweiten Mann auf dem Mond, schrieb eine Zeitungskolumne mit dem Titel „Sagas der Lüfte“. Er heiratete eine Frau namens Marion Moon.
 38) Michael Collins, der einsam den Mond umkreiste, während Neil Armstrong und Buzz Aldrin ihn betraten, war ein Leser. Auf eine einsame Insel hätte er den „Don Quijote“, die Bibel, einen Band englische Lyrik, den Roman „Am schwarzen Fluss“ von Jan de Hartog und die Vierzeiler des persischen Dichters Omar Chayyām mitgenommen.
 39) Vor dem Start von Apollo 11 beschrieb Michael Collins die Saturn V „im Kreuzfeuer von Suchschweinwerfern hängend, sodass sie vor dem schwarzen Himmel wie ein opal- und silberfarbenes Halsband funkelte“.
Bild © AFP/Getty Images Die Saturn V in der Nacht vor dem Start Quelle: AFP/Getty Images 40) Dass Apollo-11-Kommandant Neil Armstrong den Mond als Erster betreten würde, war anfangs keineswegs ausgemacht. Laut Flugplan kam die Ehre dem Piloten der Landefähre, Buzz Aldrin, zu. Armstrong wurde ausgewählt, weil er nie um die Ehre gebeten hatte.
 41) Für den Fall, dass man Armstrong und Aldrin auf dem Mond würde zurücklassen müssen, hatte der Redenschreiber William Safire für Präsident Nixon eine Ansprache vorbereitet. Sie begann mit den Worten: „Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer, die zum Mond geflogen sind, um ihn friedlich zu erforschen, dort in Frieden ruhen werden.“
 42) Nachdem die „Eagle“ auf der Mondoberfläche gelandet war, holte Aldrin einen fingerhutgroßen Kelch, eine winzige Flasche Wein und eine Hostie hervor.
 43) Während Neil Armstrong die Leiter zur Mondoberfläche hinabsteig, musste er eine Klappe öffnen, in der sich eine TV-Kamera verbarg.
 44) Die Zahl der Fernsehzuschauer belief sich auf 530 Millionen.
Bild © Getty Images Michael Collins testet das Kommandomodul von Apollo 11 Quelle: Getty Images 45) Der ehrgeizige James Salter, ein zum Schriftsteller gewordenes Flieger-Ass, sah von einem Hotelzimmer aus zu. Er war mit Buzz Aldrin stationiert gewesen. „Ich beobachtete drei weiß gekleidete Männer“, schrieb er später, „die meine Vernichtung vorbereiteten.“
 46) Als er den Mond betrat, wollte Neil Armstrong den Satz sagen, den heute jeder kennt: „That’s one small step for man … one giant step for mankind.“ Tatsächlich vergaß er den unbestimmten Artikel „a“, sodass er genaugenommen sagte: „Dies ist ein kleiner Schritt fürs Menschengeschlecht … ein großer Sprung für die Menschheit.“
 47) Buzz Aldrin sagte: „Wunderschön, wunderschön. Herrliche Verwüstung.“
 48) Die amerikanische Flagge, die Armstrong und Aldrin aufstellten, sah deshalb so aus, als würde sie im Wind wehen, weil es den beiden nicht gelang, den Querstock am oberen Ende zur Gänze auszuziehen.
Bild © Getty Images Nicht sehr standfest: Die US-Flagge auf dem Mond Quelle: Getty Images 49) Die Fahne stürzte um, als die Eagle von der Mondoberfläche abhob.
 50) Kaum dass Armstrong und Aldrin zurück im Raumschiff waren, mussten sie putzen. Der hereingetragene Mondstaub wurde mittels eines kleinen Staubsaugers entfernt.


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